Gemeinde Bremen-Neustadt

Türen auf? Ja, bitte!

Zion

Kurzer Abriss der Geschichte: 1873-1942

Die Geschichte der „Zionsgemeinde“ ist wesentlich älter als das jetzige Gemeindezentrum.
An gleicher Stelle standen früher die Zionskirche, die 1894 eingeweiht wurde, und das Pfarrhaus aus dem Jahr 1900.
Noch früher, im Jahr 1873, hatte die Gemeinde das Grundstück in der Gastfeldstraße 53 erworben und darauf ihr erstes Gemeindehaus gebaut, das unter dem Namen „Kinderbewahranstalt“ in der Neustadt sehr bekannt war.
Alle diese Bauten waren entstanden, da in der Neustadt immer mehr Menschen wohnten und allein durch die „Muttergemeinde“ St. Pauli die Versorgung nicht mehr zu bewältigen war.

Zerstörung im 2. Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs wurde im September 1942 erst die Kirche, 1943 das gerade erst erbaute Gemeindehaus an der Neuenlander Straße und im Oktober 1944 das Pfarrhaus zerstört. Einzig das Gebäude in der Gastfeldstraße blieb erhalten. Dort fand nach dem Krieg dann sämtliches Gemeindeleben statt – neben der Betreuung der Kinder auch Bibelkreise, Trauungen, Gottesdienste sowie Theater-Aufführungen und Feste.

Selbstständige Gemeinde seit 1947

1947 löste sich die Zionsgemeinde endgültig von St. Pauli und wurde selbständig. Am 4. Mai 1947 wurde Pastor Gerlach in sein Amt eingeführt.
Schon bald wurde klar, dass für die Arbeit das Haus in der Gastfeldstraße nicht ausreichte.
So begannen die Planungen, auf dem alten Grundstück in der Kornstraße neu zu bauen.
Pastor Gerlach und der Architekt Carsten Schröck konzipierten einen radikal-modernen Kirchenbau, für den am 6. August 1955 der Grundstein gelegt wurde. Am 10. März 1957 wurde das neue Gemeindezentrum feierlich mit einem Gottesdienst eröffnet.

Ansicht Gemeindezentrum Zion vom Innenhof aus – 1957

Im Jahr 2008 wurde der gesamte Gebäudekomplex unter Denkmalschutz gestellt. Seit 2009 ist die „Zionsgemeinde“ eingegangen in die Vereinige Ev. Gemeinde Bremen-Neustadt mit ihren drei sehr unterschiedlichen Gemeindezentren.

60 Jahre Gemeindezentrum Zion

Im Jahr 2017 haben wir mit vielen Veranstaltungen das 60jährige Jubiläum des Gemeindezentrums gefeiert.
Wie auch schon beim Gemeindezentrum St. Pauli 1955 wurde in Zion nicht eine Kirche mit angrenzendem Gemeindehaus gebaut, sondern umgekehrt ein Gemeindezentrum mit Kirchraum. Die Dominanz des Sakralen wird auch dadurch eingeschränkt, dass der Kirchraum im Obergeschoss untergebracht ist (hoffentlich ab nächstes Jahr mit Fahrstuhl zu erreichen!), während der Gemeindesaal im leichter zu erreichenden Erdgeschoss liegt. Das Besondere der Konzeption wird auch in der Begründung des Landesamtes für Denkmalpflege deutlich: „Volkstümlichkeit der Verkündigung und Zuwendung zu den Menschen in dem von der Arbeiterschaft geprägten Stadtteil waren schon seit der Gründung der Zionsgemeinde für sie charakteristisch gewesen.“
Insofern war der Neubau des Gemeindezentrums wie maßgeschneidert für diese Tradition der Gemeinde und die fortschrittlichen, antirestaurativen Intentionen ihres ersten Nachkriegspastors Friedrich Gerlach. Er gab der Gemeinde mit der von ihm geleiteten Theatergruppe eine ganz eigene Prägung, die auch überregional beachtet wurde.

Damals und heute – das Gemeindezentrum Zion als Teil der Neustadt

Geistliches und Weltliches sollten in der Zionsgemeinde eine Einheit bilden. „Soziales Engagement, zahlreiche Gruppen und Aktivitäten für Jung und Alt und eine tägliche Öffnungszeit von morgens bis spät abends kennzeichnen die Gemeindearbeit.“
So war es damals und so ist es bis heute.

Das Gemeindezentrum Zion hat sich eine hohe kulturelle und soziale Bedeutung im Stadtteil weit über den Kreis der Gemeindemitglieder hinaus erworben. Das Zentrum bietet vielen Gruppen und Initiativen des Stadtteils Raum. Es gibt eine aktive Jugendarbeit, ebenso einen Hort und zwei Krippengruppen im Haus. Zur Heimstiftung direkt nebenan gibt es guten Kontakt und entsprechend in Zion viele Veranstaltungen für ältere Menschen. Es treffen sich Tanzgruppen und Chöre, es findet ein umfangreicher Musikunterricht statt. Menschen kommen zum Frühstücken oder Kaffee trinken. Es gibt eine Food-Sharing-Station, einen Umsonstladen und eine Fahrradwerkstatt. Regelmäßig gibt es gut besuchte Feste, Vorträge, Diskussions-Veranstaltungen und Konzerte. Seit mehreren Jahren werden im Rahmen von Kino-in-der-Neustadt Filme im Theatersaal oder (im Sommer) im Innenhof gezeigt.

Menschen – von hier und von dort, alt und jung

Es gibt eine aktive Arbeit mit Geflüchteten und auch eine lange Tradition in der Gewährung von Kirchenasyl.

Noch mehr Infos erwünscht?

Jeden Donnerstag trifft sich von 10-12 Uhr die „Hauskonferenz“, auf der alle Themen, die das Gemeindezentrum betreffen, besprochen werden. Die Hauskonferenz ist öffentlich und alle Interessierten sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.
Anfragen für einmalige Veranstaltungen oder regelmäßige Gruppenangebote im Haus richten Sie bitte direkt an Pastor Thomas Lieberum:
0421-59769521 oder thomas.lieberum@kirche-bremen.de

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