Gemeinde Bremen-Neustadt

Türen auf? Ja, bitte!

Wann können wir endlich wieder normal leben!?

Texte der Konfirmand*innen zu Corona (Januar 2022)

Durch Kontakt nicht den Verstand verlieren  (Alma)

Als Corona 2020 anfing und wir alle uns alle gefreut haben, dass wir zwei Wochen Corona frei haben hätte ich nie gedacht das Corona irgendwann so schlimm wird wie im Moment. Ich dachte, dass nach diesen zwei Wochen alles wieder normal wäre, doch das war nicht so.  Man konnte seine Freunde nicht treffen. Man konnte nicht mehr shoppen gehen, man konnte alles was einem zuvor so sehr Spaß gemacht hat nicht mehr machen. Nach dem ersten und dem zweiten Lockdown wusste ich, dass es noch eine Weile dauern wird bis alles wieder normal wird. Doch ich und meine Freunde haben das Beste aus der Situation gemacht. Wir haben oft telefoniert und Spiele gespielt. Ich denke, dass der viele Kontakt mit meinen Freunden geholfen hat, nicht total den Verstand zu verlieren, wenn man die meiste Zeit zuhause war.

Mit Geduld und einer Impfung mehr  (Frederike)

Corona ist allgegenwärtig. Überall hört man von Leuten oder Bekannten, die sich mit Corona infiziert haben, selbst hat man eine rote Corona-Warn App oder muss vor einem Testzentrum Schlangestehn. Bevor man sich zum Einkaufen auf den Weg macht, wird nicht mehr nur kontrolliert, ob der Schlüssel und das Portemonnaie vorhanden sind, jetzt ist die Maske wohl mit das allerwichtigste. Neuerdings kontrolliert man zusätzlich ob man auch den Personalausweis und seinen 2G oder 3G-Nachweis bei sich hat. Diese Dinge sind mittlerweile Gang und Gebe und für uns völlig normal. Auch haben sich zwei neue Wörter in unserem Wortschatz eingenistet und zwar „vor Corona”. Um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht mal mehr richtig an die ‚vor Corona‘-Zeit erinnern.

2020 fing alles an, im Januar gab es Corona für mich nur auf dem asiatischen Kontinent und als dann die Gerüchte aufkamen, in Bayern wäre Corona ausgebrochen, bekam ich schon etwas Sorge. Doch alle um mich herum sagten, dass der Virus doch erst im Süden von Deutschland ist und vielleicht gar nicht in den Norden kommen wird. Naja, mittlerweile hatte Bremen die höchsten Omikronzahlen.

Letztens haben meine Familie und ich uns einen Film über Corona angeschaut. Eine Komödie, in der sich eine Frau in einem Mehrfamilienhaus mit Corona ansteckt und alle Panik bekommen und sagen, dass Corona eh nur eine Erfindung des Staates sei, um uns zu kontrollieren. Am Ende ist die Frau an Corona gestorben.

Und das ist leider die harte Realität. Corona geht nicht immer gut aus, das beweisen alleine die Zahlen der infizierten Corona-Patienten auf der Intensivstation. Und das ist der Grund, weshalb ich auch die Impfgegner kein Stück verstehen kann. Wieso geht man auf Demos oder ‚Spaziergänge‘ um der Bevölkerung zu zeigen, dass die Impfung total schlecht sei?!

Ich möchte in diesem Schreiben gar nicht kritisieren oder meinen Standpunkt zeigen, weshalb wir doch einfach mal zu den guten Seiten Coronas kommen.

Ein sehr persönliches Beispiel ist, dass ich und eine meiner besten Freundinnen uns niemals ohne Corona so nahe gekommen wären wie jetzt. Durch das Homeschooling und dem Lockdown in 2020 habe ich mich nur mit ihr getroffen, da ich nur einen Drinnen-Kontakt haben sollte. Wir haben jeden Tag etwas zusammen gemacht, wir sind an den Deich gefahren, spazieren gegangen oder haben einfach nur zusammen zu Hause geredet oder etwas geguckt. Auch war das Homeschooling selber gar nicht so schlecht, keine Arbeiten schreiben, jeden Tag entspannt zu Hause sitzen und länger schlafen bzw. aufbleiben können.

Aber am Ende hat mich das alles auch nur noch genervt und ich hatte keine Lust mehr.

Auch ein lustiger Gedanke, zumindest im Nachhinein, ist, dass meine Familie und ich beim Einkaufen am Anfang immer nur Handschuhe getragen haben, weil die Masken als nicht schützend erklärt wurden. Oder die Monate, in denen Desinfektionsmittel bei Amazon für über Hundert Euro verkauft wurden, genau wie Toilettenpapier und Nudeln.

Es gab auch einen ganz besonderen Moment, als meine Familie und ich uns die Ansprache der damaligen Bundeskanzlerin angeschaut haben und diese meinte, dass wir es zusammen schaffen können. Und davon gehe ich fest aus, vielleicht auch nur mit ein bisschen Geduld oder einer Impfung mehr. 🙂

Familien werden gespalten  (Marta)

Als im Frühjahr 2020 zum ersten Mal das Thema Homeschooling aufkam, haben wir uns gefreut. Keine Schule! Doch mit der Zeit verschwand diese Freude und wurde zu Einsamkeit, Sorge und Wut. Statt Freunde zu treffen, sahen wir sie höchstens online. Statt Hobbys nachzugehen, fingen Spaziergänge plötzlich an, Spaß zu machen. Statt Konzerte zu besuchen, waren wir glücklich, wenigstens noch zu Hause Musik hören zu können, ohne damit Eltern und Geschwister zu nerven. Und statt Großeltern zu sehen, mieden wir sie, in dem Versuch, sie zu schützen. Wir hören, dass die Krankenhäuser überlastet sind. Dass Menschen an Corona sterben. Hoffen, dass es niemanden trifft, der uns nahe steht. Sehen, wie die verschiedenen Meinungen zur Impfung ganze Familien und Freundeskreise spalten. Und heute fühlt sich unser aller Ungewissheit seltsam an: Wird es eine Coronawelle Nummer Sechs, Sieben oder Acht geben? Wann können wir wieder normal leben und wie lange soll das so weitergehen?

Ich bin relativ gut durchgekommen  (Aaron)

Wenn ich an die vergangenen Corona Monate/Jahre denke bin ich froh darüber, dass ich bisher relativ gut da durch gekommen bin. Natürlich gibt es Einschränkungen, die nerven, wie zum Beispiel, dass unser Dienst bei der Jugendfeuerwehr immer mal wieder nur online stattfinden konnte und somit richtige Trainings nicht möglich sind. Und auch dass ich zweimal in Quarantäne musste war total nervig, auch Schule online klappt nicht so gut wie richtiger Unterricht, aber dafür, dass wir uns in einer weltweiten Pandemie befinden, fühle ich mich relativ wenig eingeschränkt. Zum Beispiel finde ich es gut, dass die Politik die Corona Regeln immer wieder anpasst und auch aus Fehlern lernt. Andere Leute trifft es bestimmt härter wie zum Beispiel die ganz Alten, die eh schon einsam sind und die jetzt auch noch zum Teil komplett isoliert waren oder die Leute die von der Gastronomie etc. leben. Ich bin ziemlich sicher, dass diese Probleme von uns Menschen gemacht sind, weil wir viel zu stark in die Natur und Tierwelt eingreifen und Lebensraum zerstören. Natürlich versuchen wir jetzt erst mal die Pandemie in Griff zu bekommen, aber das ist nur ein Bekämpfen der Folgen unseres Handelns. Bisher habe ich aber auch noch nie jemanden erklären gehört, wie die Ursachen solcher Probleme bekämpft werden sollten.

Auf dem Balkon spazieren gehen  (Marianne)

Ich habe die Corona Zeit bis jetzt sehr verschieden erlebt. Als der erste Lockdown kam, hatte ich ganz schön Angst davor, meine Freunde nicht mehr sehen zu können, weswegen ich viel mit ihnen telefoniert und gezoomt habe. Schon bald habe ich mich an das neue Leben mit Corona gewöhnt. Morgens konnte ich in der Schulzeit länger schlafen, weil ich mich nicht fertig für die Schule machen musste und keinen Schulweg hatte. Irgendwann haben sich meine Freunde und ich im Lockdown dann mal auf dem Schulhof draußen im Winter getroffen. Es war echt kalt, aber das haben wir gar nicht gemerkt, weil wir uns soo gefreut haben uns zu sehen!

Ich habe auch viel mehr Zeit mit meinem kleinen Bruder verbracht, der in der Corona Zeit geboren wurde. So konnte ich ihn gut kennenlernen. Dass alle Läden zu waren, hatte mich auch nicht gestört, weil wir dann viel im Internet bestellen konnten. Im Dezember hatten meine Mutter und mein Bruder Corona und wir waren über Weihnachten in Quarantäne. Weil wir noch keinen Tannenbaum hatten, hat eine Freundin meiner Mutter uns einen gebracht. Wir bekamen auch einen Korb mit Süßigkeiten von der Lehrerin meines Bruders. Das war echt nett. Wir haben auch mehr Spiele in der Familie gespielt und ich habe mit meiner Mutter zusammen Sport gemacht und bin mit ihr auf dem Balkon spazieren gegangen. Mit meinem Papa habe ich viel Playstation gespielt.

Im Moment stört mich Corona gar nicht, seitdem ich zweimal geimpft bin habe ich auch weniger Angst vor einer Ansteckung. Ich weiß eigentlich gar nicht mehr richtig, wie mein Leben vor Corona war, wahrscheinlich merke ich das erst wenn alles vorbei ist.

Verlorene Zeit  (Mia)

Ich war zwölf, als Corona begann, dieses Jahr werde ich fünfzehn. Anfangs dachten alle, „Cool, zwei Wochen keine Schule“, im Endeffekt wurden diese zwei Wochen zu Monaten. Ich konnte viel Dinge wegen Corona nicht erleben, manche wichtigen Erfahrungen nicht machen oder einfach mit meinen Freunden Spaß haben. Diese Zeit ist für uns Jugendliche verloren gegangen, eine der wichtigsten Zeiten unseres Lebens.

Jeden Tag etwas Schönes erleben  (Zoé)

Den ersten Lockdown hatten wir ungefähr Mitte/Ende März. Viele Läden mussten geschlossen werden, man sollte ins Homeoffice oder Homeschooling gehen und seine Kontakte beschränken. Irgendwann wurde mir und meiner Schwester ziemlich langweilig und da wir uns nicht mit Freunden treffen konnten, haben wir jeden Tag, nachdem wir mit der Schule fertig waren, etwas zusammen gemacht. Zum Beispiel haben wir gebacken, eine Fahrradtour unternommen, Eis gegessen, Sport gemacht oder Volleyball am Werdersee gespielt. Das war ziemlich schön, vor allem, weil es gerade Frühling und damit warm wurde. Die Sonne hat oft geschienen und jeden Tag irgendetwas Schönes zu unternehmen, statt in
seinem Zimmer zu sitzen, hat echt Spaß gemacht und war sehr schön.

Irgendwann war meine Angst weg   (Adrina)

Anfangs, als die Pandemie angefangen hat, hatte ich sehr Angst und bin fast nie raus gegangen. Aber nach der Zeit habe ich mich manchmal mit meinen Freunden getroffen und irgendwann war meine Angst weg. Zwischendurch gab es zwar ein wenig Einschränkungen, aber dann hat es sich wieder gelockert und ich hab mein Leben genossen. Ich habe neue Leute kennen gelernt . War im Ausland nach langer Zeit und habe einfach Spaß gehabt. Natürlich gab es aber auch nicht so gute Momente wie der, als meine Oma einen Hirntumor hatte und es mit Corona sehr schwer war für sie. Aber jetzt geht es ihr besser sie erinnert sich wieder an das meiste. Manchmal ist sie ein wenig gestresst und sie braucht bei manchen Dingen Hilfe – aber sonst geht’s. Ich kann nicht so viel über den Virus reden, weil mein Umfeld und ich es nicht abbekommen haben. Als erstes wurden meine Großeltern geimpft, da es ihnen nicht gut ging und Corona das nicht noch schlimmer machen sollte. Dann wurde ich auch geimpft, das erste Mal im August und dann im September das zweite Mal und gestern wurde ich geboostert. Mein Wunsch für dieses Jahr wäre es, dass alle Omikron bekommen und es dann so wie eine Grippe wird und alles wieder gut wird!

Irgendwann ist es mal gut   (Tom)

Ich fand die Pandemie am Anfang nicht so schlimm, aber nach fast zwei Jahren mit Corona ist es irgendwann auch mal gut. Was ich nicht so gut finde, ist, wie die Regierung mit Corona umgeht. In dem ersten Jahr mit Corona hätte die Regierung direkt eine Quarantäne ausrufen müssen, um dem Virus keine Chance zu geben, aber stattdessen haben sie viel zu spät reagiert. Auch jetzt treffen sie immer noch fragwürdige Entscheidungen. Die USA zum Beispiel ist schon lange nicht mehr in Quarantäne und trotzdem sind die Zahlen niedrig. Am Ende kann ich nur hoffen das die Regierung nun einmal richtige Entscheidungen trifft und Corona endlich Vergangenheit ist.  

Dieser Virus will viele Tote   (Dunja)                Hätte man mir vor zwei Jahren erzählt, dass es bald eine weltweite Pandemie in so einem Ausmaß geben würde, Schulen, Läden und viele weitere Sachen schließen und man nur noch eine beschränkte Anzahl von Leuten treffen darf, hätte ich das erstmal nicht geglaubt. Doch nun ist es so gekommen. Wieso musste das passieren? Die letzten zwei Jahre wären ohne die Pandemie bestimmt anders gewesen, es wären andere Sachen passiert und das Leben wäre ganz normal weiter gelaufen, doch Corona wollte dies nicht. Dieser Virus wollte lieber viele Tote. Wollte Leute an ihre Grenzen bringen. Wollte Ungewissheit, wie es weiter geht. Was passiert. Was passiert? Und was wird passieren? Wer weiß das schon.

Nichts kann man mehr planen   (Aenne)

Es zieht sich extrem! Ich weiß noch genau, wie sich im März vor zwei Jahren auf einmal die Lehrer dringend treffen mussten und wir irgendwie nicht wussten, wie es weiter geht. Am Montag danach hatten wir auf einmal keinen richtigen Schulunterricht mehr. Wir haben das Glück, dass unsere Lehrer sich sehr schnell irgendwie gut organisiert haben und wir schnellst möglich die Aufgaben auf itslearning gekriegt haben.

Ich weiß noch, wie ich und ein paar andere Freunde sich auf ein bis zwei Freunde festlegen sollten, mit denen sie sich treffen, um zu viele Kontakte zu vermeiden. Vor ungefähr einem Jahr hatten wir dann Inzidenzen von 100 und alles war zu! Jetzt haben wir in Bremen einen  Inzidenzwert von über 1200 und wir haben so gut wie alles offen. Täglich werden neue Maßnahmen getroffen, sodass man kaum noch hinterher lesen kann, wo man sich jetzt wie dran halten soll. Es ist schade, dass man nichts mehr planen kann ohne dass man im Hinterkopf haben muss, dass es jederzeit wieder storniert bzw. gecancelt werden kann.

Ich hoffe, dass es jetzt nicht noch zwei weitere Jahre so geht, sondern dass wir das alles zusammen irgendwie schaffen. Dass wir auf uns und unsere Mitmenschen achten und Rücksicht nehmen.

Bitte keine weitere Quarantäne!   (Dilian) 

Am Montagmorgen eine Woche vor Weinachten hatte mein kleiner Bruder morgens einen positiven Schnelltest. Dann ab zum Testzentrum und abends hatten wir schon das Ergebnis. Er hatte Corona. Was hieß das nun für den Rest der Familie? Nach langem Wirrwarr und vielen verschiedenen Informationen im Internet durfte auch ich nicht mehr zur Schule gehen. Ich war geimpft. Selbst war ich nicht krank. Normalerweise würde ich mich darüber freuen, so aber konnte ich es irgendwie nicht. Zum Fußball durfte ich auch nicht mehr. Meinem Bruder ging es ganz gut, er hatte keine Symptome. Er verbrachte aber den Großteil in seinem Zimmer. Ich bekam selten Aufgaben von den Lehrern, also half ich im Haushalt mit. Alle waren gereizt. Auch meine Eltern waren von der Situation genervt. Wir haben Weinachten das Beste daraus gemacht und es war auch schön. Aber bitte keine weitere Quarantäne!

Ich habe mich fast daran gewöhnt    (Lilli)

In der ganzen Corona-Zeit fand ich es am schlimmsten, dass sich alles so lang gezogen hat bzw. auch immer noch zieht. Am Anfang dachte man, dass dieses Virus sowieso nicht zu uns nach Deutschland kommen würde. Und selbst als es die ersten Fälle in Bremen gab, hatte niemand eine Ahnung wie lange wir überhaupt in dieser ganzen Situation stecken würden. Eigentlich dachten alle, dass die Sache nach ein oder zwei Lockdowns beendet wäre. Alle möglichen Sportevents, Freizeitaktivitäten und am Ende sogar Treffen mit Familie und Freunden und Arbeit und Schule wurden abgesagt.

Am Anfang fand ich das ziemlich schwer, aber mittlerweile habe ich mich fast daran gewöhnt, dass man nichts mehr mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit planen kann.

Umso schöner ist es, wenn kleine Dinge, wie z.B. ein Kurzurlaub innerhalb Deutschlands, klappen.

Vor einem Jahr wären alle bei einer Inzidenz von 100 durchgedreht und niemand wäre mehr vor die Tür gegangen, doch jetzt, bei einer Inzidenz von 1500, trägt kaum einer seine Maske in der Bahn richtig.

Damit wir überhaupt nochmal so etwas wie ein pandemiefreies Leben führen können, müssten sich alle Menschen bemühen. Es geht darum, auf andere, gerade diejenigen, die eben nicht jung oder gesund sind, Rücksicht zu nehmen und jeden Teil, den man kann, dazu beizutragen, dass wir keine weiteren zwei Jahre so festsitzen.

Viele private und besondere Gespräche   (Laila)
Als Corona begann, wusste keiner so richtig, was wirklich auf uns zukommen würde. Ende 2019 entdeckte man erstmals die Krankheit in China. Immer mehr Leute steckten sich an, ich nahm es am Anfang aber gar nicht als Gefahr wahr, weil es gefühlt am anderen Ende der Welt ausbrach. Doch man merkte immer mehr, dass es näher rückte wie eine riesige Wand, die auf einen zukommt und man sie nicht stoppen kann. Niemand wusste, was das Richtige ist und was man tun soll. Die Ersten fingen an Masken in den Läden zu tragen. Man hielt sie für ein bisschen verrückt und überängstlich. Aber man bekam auch Angst, da man merkte, dass immer mehr Masken trugen. Dann kam erst mal die Zeit mit den Stoffmasken. Meine Familie bekam ein paar Selbstgenähte von unserer Nachbarin.
Aber jetzt will ich nicht nur über Angst und negative Vergangenheit berichten, sondern über die guten Sachen, die auch passiert sind, die sonst nie so gekommen wären ohne Corona. Z.B. haben meine beiden Kumpels und ich in der ersten Corona Welle wieder zusammen gefunden. Wir sind jeden Tag Inliner gefahren, da die Schulen ja auch zu waren und wir uns auspowern mussten. In dieser Zeit konnten wir nicht nur immer besser fahren, sondern uns noch mal neu kennen lernen und viele private, besondere Gespräche führen. Ich weiß noch, wie wir draußen auf der Straße im Dunkeln und Kalten hockten, wir einfach nicht aufhören konnten zu quatschen und wir nicht rein durften wegen der Ansteckungsgefahr.

Aber auch schon richtige Schreckmomente in den Corona Zeiten z.B. bei der Konfirmandenfahrt. Ich war gerade mit einer Freundin mit dem Duschen fertig, als ein Teamer zu uns kam und meinte, dass wir schnell zum Hauptzelt gehen sollen. Als wir da waren wussten wir sofort, was Sache war. Wir sollten wieder in unser Zelt gehen. Dort wurde uns erklärt, dass jemand von den anderen Nachbardörfern positiv war. In der Zeit, in der die Leute rumgingen um uns jeden einzeln zu testen, hatte jemand die Idee mit Gitarrenmusik zu singen. Es war so ein unerklärlicher besonderer Moment, wie wir da saßen, Arm in Arm im Dunkeln mit Taschenlampenlicht und wir uns die Sorgen wegsangen (ich bekomme jetzt schon wieder Gänsehaut beim Schreiben)!

Spontane Treffen vermisse ich am meisten   (Philipp)

Corona bedeutet für mich, eingesperrt und eingeschränkt zu sein und dies schon seit zwei Jahren. Das Erste, woran ich denke, wenn es um Corona geht, ist, dass ständig Veranstaltungen nicht richtig stattfinden konnten und dieses nervige Maskentragen.

Das fängt in der Schule an, wo Klassenfahrten abgesagt werden, es keine Abschlussfeiern für Schüler nach der 10. Klasse oder dem Abitur gibt. Beim Sport konnten wir zum Teil gar nicht hingehen, und später mit bestimmten Regeln. Man darf kranke Menschen im Krankenhaus oder Menschen im Altenheim nicht besuchen. Sie sind oft ganz allein, und das tut mir leid. Menschen, die mit Corona infiziert sind, und daran sterben, können sich oft nicht mehr persönlich von ihrer Familie verabschieden.

Ich möchte mich mit mehreren Freunden in einer großen Gruppe treffen, ohne die ständigen Einschränkungen auch einfach mal irgendwo hingehen dürfen. Immer hat man Angst, wenn man sich trifft, dass jemand in der Umgebung Corona hat.

Manchmal war ich wütend auf die Politik, weil ich das Gefühl hatte, dass die Kinder oft vergessen wurden. Wenn ich sehe, dass es Demonstrationen gibt, bei denen die Menschen sich ohne Hygieneregeln mit Tausenden treffen, macht mich das nachdenklich, weil sie nicht nur sich, sondern auch andere gefährden. Dass dort Menschen mitlaufen, die andere Leute ausgrenzen, macht mich traurig.

Das Einzige, woran ich mich gern erinnere ist, dass meine Cousine in dieser Zeit geboren ist. Ich habe auch viel Solidarität kennengelernt. Viele bieten ihre Hilfe an, um andere Menschen z.B. in der Quarantäne zu unterstützen oder z.B. für ältere Menschen einzukaufen, damit sie nicht gefährdet werden.

Ich wünsche mir, dass wir Corona endlich so in den Griff bekommen, dass wir uns treffen können, ohne darüber nachzudenken, worauf wir achten müssen, einfach ganz spontan, wenn wir Lust dazu haben. Das vermisse ich am meisten!

Endlich wieder mit Freunden treffen   (Leo)

Nach dem ersten Corona-Jahr hatte ich im März endlich wieder Fußballtraining. Dadurch, dass ich länger keinen Sport gemacht habe, war mein Körper nicht auf diese Belastung vorbereitet und ich habe mir meinen Innenmeniskus gerissen. Nach längerer Überlegung wurde ich letztendlich operiert und musste dann zwei Monate mit Krücken rumlaufen und habe jeden Tag eine Thrombose-Spritze bekommen. Dadurch, dass ich dazu auch noch Distanzunterricht hatte, war ich eigentlich nur zu Hause oder beim Arzt und hatte kaum Kontakte. Das war keine schöne Zeit für mich. Dann kam der Sommer, das Wetter wurde besser, so dass man sich draußen wieder treffen konnte, ich konnte meine Krücken weglegen und ich hatte wieder normal Schule. Nach der langen Verletzungspause und dem Lockdown konnte ich mich endlich wieder mit meinen Freuden treffen. Wir waren viel unterwegs und hatten eine schöne Zeit.

Würden sich alle impfen lassen, wäre die Situation eine andere   (Jarne)

Wir sind momentan schon in einer äußerst komischen Zeit. Im Sommer waren wir noch bei Inzidenzen bei knapp über 0 und jetzt ist Bremen das Bundesland mit der höchsten Inzidenz. Einer Inzidenz von über 1200. Immer wieder hört man: „Hätte uns das jemand im Sommer gesagt“ – aber es wurde uns im Sommer gesagt! Führende Virologen haben davor
gewarnt, doch es hörte keiner auf sie, denn man wollte es ja auch nicht hören. Es schien alles so wunderbar. In Bremerhaven hatte man sogar für kurze Zeit eine Inzidenz von 0 und jetzt haben wir wieder volle Intensivstationen und vollkommen überlastete Gesundheitsämter. Und trotz dieser enorm ernsten Situation gehen einige Leute, anstatt sich impfen zu lassen und sich und seine Mitmenschen zu schützen, lieber auf „Corona-Spaziergänge“. Demnach ist es kein Wunder, dass laut neusten Statistiken ca. 63% der Menschen auf den Intensivstationen Ungeimpfte waren. Das ist furchtbar schade. Wenn sich alle Menschen impfen lassen würden, die sich impfen lassen können, dann wäre die ganze Situation eine andere.
Wir sind nun im dritten Jahr Corona und es sieht nicht aus, als würde es ein baldiges Ende geben. Diese zwei vollen Jahre, die wir jetzt mit Corona verbracht haben, wird man nicht mehr zurückholen können. Man kann nur hoffen, dass einige vielleicht doch noch ihre Meinung ändern und sich impfen lassen und dass diese verrückte Zeit irgendwann ein Ende nimmt.

Corona-Gedicht    (Alban)

Lockdown, Osterruhe, Lockdown Light – wie ist der richtige Weg durch diese Zeit?

Impfen, Kreuzimpfung, Impfdurchbruch – wer übernimmt die Leitung?

Masken, Abstand, Lüften – oder doch alles eröffnen?

Neuinfektionen, Inzidenz, Hospitalisierungsrate – was ist die allerbeste Grundlage?

Omikron, Delta, Mutation – wie ist unsere aktuelle Situation?

FFP2-Maske, medizinischer Mundschutz, Maskenpflicht – wer hat die Übersicht?

Quarantäne, Freitesten, Testpflicht – was gilt in welcher Hinsicht?

3G, 2G, 2G+, was gilt wo?

Corona-Demo, Corona-Leugner, Corona-Spaziergang,

wie entwickelt sich unsere Gesellschaft?

Selbsttest, Schnelltest, PCR-Test – das gibt mir den Rest!

Wechselunterricht als Kompromiss   (Felix)

Ich würde es blöd finden, wenn ein neuer Lockdown kommen würde. Ich finde es extrem
schwierig, zuhause für die Schule zu lernen oder die Aufgaben zu bearbeiten, welche die Lehrer uns über eine Cloud zugeschickt haben. Außerdem würde ich es blöd finden, wenn ich für eine längere Zeit meine Freunde deutlich seltener sehen würde. Mit den engsten Freunden würde ich mich öfters treffen, dennoch würde ich die Gespräche mit der ganzen Klasse auf dem Schulhof vermissen.

Ich denke, dass Wechselunterricht einigermaßen ein Kompromiss wäre. Die Nachteile am Wechselunterricht sind, dass man jeden zweiten Tag die Hausaufgaben alleine bei sich zuhause machen müsste. Außerdem würden manche Lehrer Zoomkonferenzen machen, in die diejenigen reingehen müssten, die zuhause sitzen. Jetzt würde man denken, dass die Schüler in der Schule sitzen ganz normal am Unterricht teilnehmen würden. Die Schüler in der Schule müssten dann aber mit Kopfhörern in die Zoomkonferenz reingehen, damit sie die Fragen und Antworten der Schüler verstehen könnten, die zuhause sitzen. Ein Vorteil am Wechselunterricht ist, dass die Gruppen deutlich kleiner wären. Es wären dann rund 15 Leute im Klassenraum. Dadurch, dass so wenige Schüler im Klassenraum sitzen, wäre es deutlich leiser und man könnte sich deutlich besser konzentrieren. Außerdem hätte man die Möglichkeit, sich mündlich deutlich zu verbessern. Die Lehrer würden einen deutlich eher wahrnehmen und wegen der deutlich geringer besetzen Klasse drannehmen. Ich persönlich würde gerne normalen Unterricht machen. Wenn das nicht möglich wäre, würde mir der Wechselunterricht deutlich besser gefallen als Distanzunterricht.

So viele wie möglich sollen sich impfen lassen   (Luka)

Die Zeit der Pandemie ist für viele Menschen nicht leicht. Besonders für diejenigen, die Angehörige verloren haben, und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern, die rund um die Uhr im Einsatz sind. Viele Menschen haben während der Corona Zeit ihre Arbeit verloren, z.B. Gastronomen und Menschen im kulturellen Bereich. Ich wünsche mir, dass die Pandemie bald vorbei ist und wir wieder einen ganz normalen Alltag haben können. Aber dieser Gedanke geht erst in Erfüllung, wenn wir es geschafft haben, den Corona-Virus zu besiegen. Dafür müssen sich meiner Meinung nach so viele Menschen wie möglich impfen lassen. Ich finde es gut, dass die Wissenschaft der Menschheit durch die Zusammenarbeit vieler kluger Köpfe einen Impfstoff zur Verfügung gestellt hat. Es war eine schwere Zeit für mich, aber ich habe trotzdem sehr viel erlebt und viele neue Freunde gefunden. 

Ich konnte meine Zeit zum Lernen gut selbst einteilen   (Moritz)

Während der Coronazeit und dem ersten Lockdown hatte ich nicht wirklich meine prime in der Schule. Ich hatte nicht unbedingt die Motivation für meine Aufgaben und wenn ich sie nicht verstanden habe, war die Kommunikation mit den Lehrern über das Internet schwierig. Durch die Hilfe meiner Klassenkameraden habe ich wieder mehr verstanden und meine Aufgaben alle gut erledigt. Da ich jetzt weiß, wie ich meine Aufgaben trotz Homeschooling gut und schnell erledigen kann, fände ich es nicht unbedingt schlimm, wenn noch ein Lockdown kommen würde, da ich es stark fand, meine Zeit zum Lernen selbst einzuteilen.

Tragt wenigstens eure Masken richtig!   (Finja)

Mich stört es, dass es immer noch Menschen gibt, die die Corona-Regelungen nicht ernst nehmen. Ich meine: Wenn ihr nicht an Corona glaubt (warum auch immer), dann tragt doch wenigstens eure Maske richtig für die Menschen, die daran glauben. Es schadet euch ja nicht!

Ich hatte auch ein witziges Erlebnis: Als ich noch nicht geimpft war und bei McDonalds 2G+ galt, mussten meine Freunde mir immer kaufen, was ich haben wollte und ich habe draußen gewartet. Also habe ich einem Kumpel mein Geld gegeben. Nach einer kurzen Zeit kam er wieder raus, ohne Essen und ohne Geld. Er meinte, dass eine andere Freundin mein Geld hätte. Sie kam dann auch ohne Essen und Geld raus. Als ich sie gefragt habe, meinte sie nur: „Welches Geld?“ Im Endeffekt musste dann noch eine andere Freundin für uns alle das Essen holen. Ich weiß bis heute nicht, was da los war.

Irgendwann war es nur noch langweilig   (Jonna)

Anfangs von Corona hat man sich noch gefreut, dass die Schule ausfällt, doch irgendwann war es nur noch langweilig zuhause. Wenn man seine Freunde aus der Schule nicht mehr sehen konnte und alle Geschäfte zu gemacht haben. Ich fand’s besonders doof, dass ich durch Corona für drei Monate keinen Sport machen konnte. Da der Stall, wo ich reite, das nicht mehr erlaubt hat. Anfangs fand ich die Masken besonders schlimm, aber mittlerweile komme ich damit ganz gut klar. 

Wann können wir endlich wieder unsere Jugend leben?!    (Romy & Helena)

Unserer Meinung nach hat Corona gute sowie schlechte Seiten. Eine gute Seite von Corona ist zum Beispiel, dass weniger Umweltverschmutzung durch Flugzeuge und Autos verursacht wird.
Aber kommen wir zu den schlechten Seiten, denn davon gibt es einige. Zum Beispiel unsere gestohlene Jugend. In unserem Alter will man was erleben und nicht im Zimmer rumsitzen. Wir wollen keine Ausgrenzung durch den Impfstatus oder mit Freunden Streit wegen
verschiedener Meinungen. Wir wollen unser „Ich“ hinter den Masken kennenlernen und nicht beim Treffen mit Freunden Abstand halten.
Doch wenn man das auch nur ausspricht wird man direkt als asoziale/r und selbstbezogene/r Jugendliche/r bezeichnet, denen es egal ist, was mit den kranken und älteren Menschen ist. Dabei ist es so gar nicht. Viele Jugendliche und teilweise sogar Kinder
werden depressiv durch das Gefühl allein zu sein und niemanden zum Reden zu haben. Für Viele ist der einzige Ausweg aus der Realität und dem Gefühl allein zu sein Alkohol und Drogen. Es ist ein Fakt, dass sich die Suizidversuche durch Corona bei Kindern und
Jugendlichen verdreifacht haben. Viele Menschen konnten sich noch nicht einmal von ihren Geliebten verabschieden, Beerdigungen sind ausgefallen, viele bereuen es für immer, dem Geliebten nicht Tschüss gesagt zu haben.
Überall wo man hinsieht, sieht man: „1,5m Abstand halten, Maskenpflicht, 2G+“. Viele Einzelhändler müssen schließen, weil sie nicht durchkommen. Eltern können nicht arbeiten gehen und das Geld wird knapp… Wer bezahlt jetzt das Essen für die Kinder? Wir wollen Normalität! Wann können wir endlich wieder unsere Jugend leben?!

Weniger Sorgen um mich als um meine Großeltern   (Jorvin)

Als ich die ersten Nachrichten über Corona gehört hatte, dachte ich erst, dass alle einfach nur überreagieren, da es ja nichts Neues ist, dass neue Viren entdeckt werden. Als dann die Schulen bei einer Inzidenz geschlossen wurden, über die wir uns heute freuen würden, habe ich mich gefragt, ob jetzt alle komplett durchdrehen, da zu der Zeit auch noch behauptet wurde, dass Corona nur wie eine Grippe ist. Aber als man dann von den ganzen Toten und auch der Lage in Italien gehört hat, war ich komplett schockiert und war froh, dass die Regierung schon so früh reagiert hat. Außerdem hatte ich weniger Sorgen um mich, sondern mehr um meine Omas und meinen Opa. Ich habe wie alle anderen auf einen Impfstoff gehofft, darauf mussten wir alle aber noch lange warten.

Nach einiger Zeit gingen dann die Zahlen wieder runter und man konnte irgendwann auch wieder in Halbgruppen in die Schule. Ich fand die Halbgruppen-Zeit nicht schön, da ich die durchgängigen Wechsel nervig fand. Als dann endlich nach langer Zeit der Impfstoff kam, hab ich mich sehr gefreut, da ich dachte, dass wir dann endlich alle wieder zurück zu einem normalem Leben zurückkehren könnten, dies war aber nicht der Fall. Immer wenn ich Nachrichten über Querdenker höre frage ich mich, warum es noch keine Impfpflicht gibt, da, wenn wir so eine hätten, wir endlich ein größtenteils normales Leben wieder führen könnten. Doch leider gibt es immer noch Menschen, die denken, dass ihnen irgendwer einen Chip einpflanzen lassen will oder irgend so etwas Dummes.

ALLES ist verboten   (Charlotte)

Gelehrt hat uns das Corona Virus, wie man mit einer Pandemie leben muss. Keine sozialen Kontakte, niemanden treffen.  Auch Freunde können wir nur virtuell sehen. ALLES verboten, erlaubt ist nur, spazieren gehen. Das war und ist eine harte Zeit für uns alle, wo wir viel ge-lernt haben. Ich hoffe, dass dies alles besser wird und wir nie wieder so etwas durchmachen müssen.

Hochzeit während Corona    (Tammo)

Meine Familie und ich haben während Corona die Hochzeit von meinem Onkel und meiner Tante gefeiert. Wir haben in einem vornehmen Restaurant gefeiert, in dem wir einen Raum für uns alleine hatten. Wegen Corona konnten nicht so viele Gäste eingeladen werden, deswegen sind nur die engsten Verwandten gekommen: meine Mutter, mein Bruder, meine Großeltern, mein Onkel, meine Tante und ich waren bei der Feier. Noch mehr Gäste waren leider nicht möglich. Es war aber trotz Corona eine sehr schöne Feier und wir hatten alle sehr viel Spaß. Es war sogar sehr schön, dass wir nur so wenige Leute waren – ohne Corona hätten wir niemals in einem so kleinen Kreis ein Lokal gemietet. Im Sommer planen mein Onkel und meine Tante noch einmal größer zu feiern und dann auch mehr Gäste einzuladen. Das wird im Sommer hoffentlich möglich sein. Ich freue mich jedoch, dass wir eine so schöne kleine Feier mit der Familie hatten.

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