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Nonas Gedankenwelt – warum ich vegan lebe

Vor einigen Jahren habe ich meinen Lebensstil innerhalb weniger Wochen komplett umgekrämpelt. Von täglichem Konsum von Fleisch und anderen Tierprodukten zur Veganerin. Zunächst hat das für mich vor allem eine große Umstellung bedeutet, Umdenken und Umstrukturierung. Heutzutage ist der Veganismus eine Selbstverständlichkeit und Alltag für mich, darum hoffe ich hiermit Leute zu erreichen die sich mit der Thematik noch nicht so intensiv auseinandergesetzt haben und vielleicht zumindest einen Denkprozess anregen, Mut machen sich weiter zu informieren, oder auch einfach nur einen kleinen Einblick in mein Leben und meine Gedanken geben. Da Diskussionen um Ernährungsformen erfahrungsgemäß schnell eskalieren bitte ich darum immer sachlich und freundlich zu bleiben, egal auf welcher „Seite“ du dich befindest. Doch nun zu meinen persönlichen Beweggründen zum Veganismus:

Das Tierleid

Als ich noch Fleisch gegessen habe, wusste ich natürlich dass mein Essen irgendwann ein Tier gewesen ist, doch habe ich nie aktiv darüber nachgedacht und die Vorstellung dass eine Kuh oder ein Schwein auf meinem Teller liegt, war viel zu abstrakt als dass ich es hätte greifen können. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass tatsächlich echte Lebewesen für die „Herstellung“ von Tierprodukten systhematisch ausgebeutet werden.

Das Schicksal der Tiere in unserer Gesellschaft

Diese Tiere werden nicht als Lebewesen, sondern als Ware behandelt. Viele erblicken auf dem Weg zur Schlachtung das erste Mal in ihrem Leben echtes Sonnenlicht und ja, auch Bio und Demeter Tiere leiden. Kühe beispielsweise werden im Jahresrythmus künstlich befruchtet, bauen nach der Geburt eine enge emotionale Bindung zum Kalb auf, ähnlich wie Menschen Eltern zu ihren Babys, bis sie ihnen ein paar Stunden oder Tage später weggenommen werden damit die Milch der Kuh weiterverarbeitet werden kann. Dieses Prozedere wird solange wiederholt bis die Kuh nach ein paar Jahren körperlich und psychisch nicht mehr kann, zusammenbricht, und zum Schlachthof gebracht wird.

Die Doppelmoral

Eine Gesellschaft in der viele Menschen intensive Beziehungen zu ihren Hunden, Katzen, Hasen oder Meerschweinchen aufbauen, am Boden zerstört sind wenn diese krank sind oder sterben und dennoch ohne mit der Wimper zu zucken ein anderes Lebewesen zum „Genuss“ verzehren scheint für mich moralisch mehr als verwirrt zu sein. Dass diese Tiere, welche „auserkoren“ sind für unsere Ernährung zu sterben und ausgebeutet zu werden dann auch noch auf grausame Art misshandelt werden tut mir am ganzen Körper weh.

Ich kann hier nicht auf alle Lebensrealitäten von Tieren in der Lebensmittelproduktion eingehen, daher lasse ich dir noch ein paar Empfehlungen für Videos da, welche sich intensiv mit dem Tierleid auseinandergesetzt haben:

https://youtu.be/V7DrljVAaYk Dominion ist eine Dokumentation, welche die Situation von Tieren in der Lebensmittelproduktion aufzeigt.

https://youtu.be/UcN7SGGoCNI Dairy is scary ist ein Video in welchem die Schattenseiten der Milchindustrie beleuchtet werden.

https://youtu.be/WqT5g9y4dmE Earthlings ist ebenfalls eine Dokumentation, welche sich mit dem Umgang von uns Menschen mit anderen „Erdlingen“ auseinandersetzt.

https://youtu.be/F4tcZLTeceM Pia Kraftfutter ist eine Youtuberin, welche in eine Schweinezucht eingedrungen ist und dort die Lebensverhältnisse der Schweine dokumentiert hat.

https://youtu.be/Lz4BWOxC1zw Ebenfalls ein Video von Pia Kraftfutter, dieses Mal jedoch aus einem Hühenermast.

Die Gesundheit

Ich bin (noch?) keine Wissenschaftlerin, daher kann ich mich in diesem Teil nur auf eigene Erfahrungswerte und Dinge berufen, die andere Leute recherchiert, erforscht und herausgefunden haben. Solange Veganer*innen sich ausgewogen ernähren und das Vitamin B12 supplimieren haben sie nicht nur keine gesundheitlichen Schäden zu befürchten, sondern auch ein deutlich geringeres Risiko für Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und vieles mehr (weiter unten nenne ich Quellen bei denen du mehr zu dem Thema erfahren kannst, wie die Frage woher das überhaupt kommt und was genau dahinter steckt). Nicht nur das, einigen Berichten zufolge sind Veganer*innen leistungsfähiger, konzentrationsfähiger und fitter. Viele Profisportler*innen setzen mittlerweile auf eine pflanzenbasierte Ernährung und auch in meinem Umfeld erlebe ich, dass es einigen Leuten mit einer (überwiegend) veganen Ernährung besser geht.

Veganismus ist kein Allheilmittel

Wenn du dich weiter zu dem Thema Veganismus und Gesundheit informieren möchtest kann ich dir die Netflix Dokumentationen „The Game Changers“ und „What The Health“ sehr ans Herz legen, allerdings mit der kleinen persönlichen Anmerkung dass Veganismus kein Allheilmittel ist. Ich denke schon dass meine Ernährung einen großen Einfluss auf mein Wohlbefinden und meine Gesundheit hat, doch auch ich werde manchmal krank, fühle mich schlapp und bin trotzdem immer noch super unsportlich und auch meine omnivoren Freund*innen sind keine wandelnden Leichen welche sich von einer Krankheit zur nächsten schleppen.

Die Umwelt

Ein sehr wichtiger Aspekt des Veganismus ist der Einfluss auf die Umwelt und der Beitrag zum Klimawandel. Die Tierprodukteindustrie stößt Schätzungen zu folge ungefähr genauso viele Treibhausgase aus, wie der gesamte Verkehrssektor. Aber nicht nur das; durch die immer größer werdende Nachfrage nach Tierprodukten wird nicht nur ein Großteil aller Ackerflächen für Tierfutter genutzt, sondern auch der Regenwald gerodet. Der Wasserverbrauch für Tierprodukte ist zudem enorm hoch und die Transportwege der Produkte oftmals lang. Die Umwelt leidet unter unserem Umgang mit der Natur und mit meinem Veganismus stehe ich nicht nur in meinem Moralverständnis den Tieren, sondern auch der Erde und den zukünftigen Generationen gegenüber auf der sicheren Seite.

Zu diesem Aspekt habe ich mich mit vielen verschiedenen Quellen informiert, ein Video welches den Umweltaskpekt zwar nur am Rande behandelt, welches ich aber trotzdem weiterempfehlen würde ist „Fleisch – das leckerste Übel der Welt“ von Kurzgesagt https://youtu.be/y6f3dwxexZM

Geschmack und Community

Zugegeben, dieser Aspekt hat mich weniger zum Veganismus verleitet, als dass er mir erst aufgefallen ist als er anfing mir den Alltag zu versüßen. Dadurch, dass ich auf viele „standard Rezepte“ nicht mehr zurückgreifen konnte (Ersatzprodukte sind manchmal eine gute Alternative, aber eher für besondere Anlässe als für den Alltag), habe ich ganz neue Seiten meiner Kochkünste kennengelernt und viele neue Gerichte probiert, die mir vorher so nie in den Sinn gekommen wären. So habe ich durch den Veganismus angefangen meinen kulinarischen Horizont zu erweitern und mich aus meiner Komfortzone herauszubewegen. Doch nicht nur das, plötzlich fühle ich mich auch mit fremden Menschen verbunden wenn ich sehe dass sie Pflanzenmilch in ihrem Einkaufskorb haben und habe schon mehrmals sehr nette Gespräche geführt, wenn ich Leuten spontan bei der Auswahl einer gut schmelzenden Käsealternative geholfen habe. Es fühlt sich manchmal so an als wäre ich Teil eines riesigen Geheimclubs, wessen Mitglieder sich durch das grüngelbe Vegan V zu erkennen geben.

Mein Fazit

Abschließend werden wir Veganer*innen nicht die Welt retten, doch zumindest ist unser Beitrag zu ihrer Zerstörung kleiner. Für mich war die Entscheidung vegan zu leben, auch wenn die ersten Wochen teilweise ziemlich herausfordernd waren, sehr bereichernd für mich und mein Leben. Ich würde mir wünschen dass mehr Aufklärung zu der Thematik betrieben wird und dass sich mehr Leute Gedanken um ihre Ernährung machen. Es müssen nicht alle perfekt vegan leben, aber mit einem veganen Tag in der Woche oder einer Umstellung in einem Bereich (zB. statt Kuhmilch Pflanzenmilch konsumieren oder statt Joghurt tierischen Ursprungs eine Alternative auf Soja-, Hafer-, oder Kokosbasis) kann jede*r Einzelne schon einen Unterschied machen. Und egal was für dich letztendlich der richtige Weg ist, wünsche ich mir dass diese Verbissenheit, die Vorwürfe und die Verurteilungen aus allen Ernährungsdiskussionen für immer verbannt werden!

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